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Reisebericht 10. – 12.8.2013
Samstag Morgen , 4 Uhr früh, der Wecker klingelt. Vor mir liegt ein musicalisches Wochenende in Hamburg – doch was mich wirklich erwartet, ahne ich um die Uhrzeit noch nicht. Erst mal heißt es , Abflug nach Hamburg, abends ein Besuch bei „Rocky“.
In Stuttgart ist es schön, die Sonne geht hinter dem Flughafen blutrot auf. Der Flug angenehm, doch kaum sitze ich in Hamburg in der U-Bahn, fängt es heftig an zu regnen.
Tolle Begrüßung !
Damit fällt Schiffchen fahren buchstäblich ins Wasser. Was ist Plan B??? Der Dschungel in der Neuen Flora kommt mir spontan in den Sinn und ein kurzer Ausflug von meinem genial gelegenen Hotel (Moevenpick im Wasserturm, Haltestelle Sternschanze) dorthin verschafft mir eine Karte in der 2. Reihe. Ich gebe zu, daß ich TARZAN schon ewig nicht mehr gesehen habe und damals irgendwie nicht richtig begeistert war.
Diesmal war das anders. Obwohl ich in der Cast nur Kevin Köhler kenne, der die Rolle des Terk ganz toll spielt, hat mich die Handlung gefangen und manchmal war ich sogar ein bißchen den Tränen nah.
Abends steht dann ein Wiedersehen mit Guy, einem netten, älteren Herrn, auf dem Plan und gemeinsam gehen wir zu ROCKY.
Ich hatte schon ein bißchen Negatives gehört und war auch vom ersten Teil des Stücks nicht so wirklich überzeugt. Dazu spielte nicht, wie erhofft, Drew Sarich, sondern David Arnsperger und Joana Fee Würz.
Gespielt haben die beiden wirklich schön, aber die Kulissen und die Dialoge und auch die Musik sind … wie soll ich es sagen … ein bißchen banal. Vielleicht liegt es ja einfach auch daran, daß Rocky nicht so ganz der Hellste ist
Also wartete ich voller Spannung auf den zweiten Teil und was mit den Zuschauern im „golden circle“ passiert und wie der Boxring in die Zuschauer kommt, denn die Sitze sind ja festgeschraubt.
Und dann hat mich Rocky doch noch umgehaun! Wir hatten Plätze seitlich am Gang und konnten so alles gut beobachten. Vor dem großen Kampf werden die Zuschauer des Mittelblocks „evakuiert“. Sie dürfen auf der Bühne sitzen, während über ihre Plätze nach einigen technischen Umbauten der Boxring gerollt wird. Somit standen wir dann hautnah direkt am Ring und das war wirklich klasse.
Die beiden Kontrahenten ziehen, genau wie beim echten Boxkampf, mit Musik und durch den Saal ein, Rocky links, Apollo rechts.
Und wenn man dann, wie wir, direkt am Ring steht, hat man das Gefühl einen echten Boxkampf zu sehen, bei dem sich die Gegner nichts schenken. Adrenalin pur, sag ich Euch.
Natürlich trägt auch „Eye of the tiger“ dazu bei, daß die Stimmung ein bißchen hochputscht. Auf jeden Fall waren wir nach dem Kampf fast so fertig wie die Herren im Ring
So ging der erste Tag in Hamburg sehr schnell vorbei, noch ein Blick auf den Hamburger DOM , bei dem es sich nicht um eine Kirche sondern um einen Rummel handelt, und ab in die Federn.
Für den Sonntag hatte ich mir spontan überlegt, mit dem Zug nach Berlin zu fahren, um mittags Udo Eickelmann als Graf zu erleben. Unglaublich, wie viele Fans da schon am Stagedoor standen und warteten (auf wen auch immer). Auf jeden Fall hatte ich das Glück, Udo grade zu treffen, als er ins Theater ging und so konnte ich noch kurz Hallo sagen.
Ehrlich, als ich so vor dem Theater des Westens stand, dachte ich bei mir: mein Lieblingstheater und mein Lieblingsstück. Warum war ich nicht öfter da. Fällt mir auch früh ein, wo doch schon bald Derniere ist.
Und dann schau ich auf die Besetzung und denke bei mir: wie schön, so viele bekannte Gesichter: Udo als Krolock, Veit als Professor, Michael als Alfred, Jerczy als Chagall und Stefan als Koukol. Die komplette Besetzungsliste (die es diesmal ganz ohne „Kampf“ gab) scanne ich Euch ebenfalls ein.
Und dann waren diesmal richtig viele Vampire am Tanzen. Herrlich. Ich bin wieder angebissen. Udo hat mir auch super gefallen, bei seiner „Unstillbaren Gier“ hatte ich richtig Gänsehaut. Und das sagt jemand, der die Show weit über 100x gesehen hat.
Als das Ende nahte, stand plötzlich im Schatten eine mir doch ziemlich bekannte Gestalt: KEVIN. Er hatte am Abend zuvor im Rahmen des „Grafen-Wochenende“ gespielt und genoß ein bißchen die Atmosphäre.
Leider konnte ich die Abendshow mit Drew Sarich nicht mehr sehen, denn dann wäre ich nicht mehr zurück nach Berlin gekommen.
Spannend hat es dann die Bundesbahn vom Berliner Hauptbahnhof aus gemacht. Ich kam ganz oben an, mußte dann zum ICE nach ganz unten , kam da glücklich an, um zu lesen, der Zug habe Verspätung und fahre nun Gleis 13 – ganz oben – ab. Dann stand am Gleis ein Zug AUS HAMBURG an, wir wollten ja aber NACH HAMBURG.
Aber das war dann noch gar nichts gegen die Air Berlin , die mich am Montag nachmittag zurück nach Stuttgart bringen sollte. Statt um 14.20 Uhr flog ich erst um 17.50 Uhr ab. Gut hatte ich morgens ein Tagesticket gezogen, so daß ich , nachdem ich mein Gepäck abgegeben hatte, zurück in die City konnte.
So endete ein toller Ausflug , bei dem ich in 24 Stunden 3 Musicals geschaut habe, etwas verspätet zu Ende.
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